stricken statt rauchen
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Stricken ist die beste Therapie

 

Ich hab jetzt lange überlegt ob ich diesen Beitrag wirklich verfassen soll. Denn er ist doch recht persönlich. Und wie man das halt so hat, und ein Mensch wie ich noch etwas mehr als andere, man denkt doch immer „oh nein, was denkt jetzt der oder die oder weiss ich wer wohl von mir“. Im Prinzip, kann mir das aber schnurz sein ^^ Das hier ist mein Blog und hier schreibe ich über mich und die Sachen die ich gut finde und die ich gemacht habe und mir gefallen. Kein Artikel in meinem Blog hat den Anspruch irgendwie allgemein gültig zu sein, jedem Geschmack zu entsprechen oder „der eine Weg“ aufzuzeigen – Jeder Artikel, jedes Tutorial und jede Anleitung ist nur eine Reflektion von mir und meines Weges, wie ich das machen würde, gemacht habe oder mache. Das muss nicht bedeuten dass du den gleichen Weg gehen brauchst, etwas auf die gleiche Weise nähen musst oder sonst was. Es ist lediglich ein Weg hier beschrieben. Mein Weg. So viel vorweg.

 

stricken statt rauchen

 

Es ist wieder mal soweit. Schon einmal hab ich das durchgemacht. Vor 3.5 Jahren um genau zu sein, habe ich es schon einmal geschafft: Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Damals noch gefesselt in diesem Telefonjob in der Kündigungsabteilung, unter ständigem Druck und irre unglücklich, weiss ich bis heute nicht wie ich damals genügend innere Stärke aufbringen konnte das einfach durchzuziehen und aufzuhören. Ausschlaggebend war damals eine Bronchitis die mich heimgesucht hatte, wegen der ich sowieso 1 Woche überhaupt nicht rauchen konnte, und da erschien es mir sinnvoll es doch ganz sein zu lassen. Soweit so gut. Aber wenn ich das schon mal gemacht habe, warum ist es denn jetzt wieder soweit? Wirst du dich wohl fragen. Wie es mein Leben wollte war das letzte Jahr geprägt von meinem psychischen Niedergang. Das ist eine sehr lange Geschichte und ohne den absolut besten Mann der Welt und Eltern die immer hinter mir stehen, sowie Freunden auf die ich absolut zählen kann, hätte das ganze wohl einen ganz anderen Ausgang genommen.

 

Fakt ist dass es mir vor einem halben Jahr seelisch und psychisch so schlecht ging, dass ich einerseits keins meiner Hobbies mehr ausgeübt habe (wie was? Jasmin ohne Nähmaschine, ohne Häkel-oder Stricknadel – ist doch gar nicht möglich! War aber so.) und andererseits wieder mit dem Rauchen anfing. Mir selbst damals hab ich vorgegaukelt es sei weil ich „frei sein“ will. Und „ich hatte einfach Lust dazu“. Stimmt nicht, beides nicht. Punkt eins ist die grösste Lüge überhaupt, denn wenn man raucht ist man abhängig. Man ist also das Gegenteil von frei. Und Punkt zwei, naja, Lust dazu hatte ich ein wenig, aber mehr weil ich mir daraus etwas versprochen hatte was ich eigentlich wusste dass ob mit oder ohne Zigarette nicht eintreffen würde. Ich war in einem sehr tiefen Loch (wie, warum und weshalb will ich hier nicht en Detail schreiben. Zusammengefasst könnte man sagen: es hatten sich Leute in mein Leben geschlichen, denen zu vertrauen ein grosser Fehler war).

 

Nun, ein halbes Jahr später hat mir mein Arbeitgeber den grössten Gefallen getan und mir eine Entscheidung abgenommen die überfällig war. Er hat mir ordentlich per Ende Oktober gekündigt und mich für die Zeit der Kündigungsfrist freigestellt. In der Schweiz bedeutet das so viel wie: du wirst normal gekündigt, erhälst deinen Lohn normal bis Ende Oktober, aber zur Arbeit brauchst nicht mehr zu kommen. UMSO BESSER dachte ich bei mir. Ich war nicht die erste Person die freigestellt wurde von dieser Firma und mir persönlich kam das sehr gelegen. Erstens hatte mein psychisches Down nicht unerheblich mit Leuten auf der Arbeit zu tun (ich zitiere hier immer gern den Bela b. „War gefangen und nicht mehr frei und ich ging kaputt dabei.“ (die Ärzte: Lied vom Scheitern)) und zweitens: Endlich mal runter kommen. Endlich Zeit für mich und die Dinge die ich liebe, wie z.B. Diesen Blog aufbauen, zu Nähen, zu Konstruieren, zu Häkeln und zu Stricken.

 

strickstück

 

Endlich Zeit um wieder zu mir selber zu finden und aus diesem Loch rauszukommen. Und ich muss sagen, die letzten zwei Monate haben mir so gut getan und ich bin so glücklich wie schon lange nicht mehr. Daher fühl ich mich nun auch wieder stark genug mit dem Rauchen erneut aufzuhören. Man bedenke, ich bin immerhin schon 30ig und es ist nicht so dass mein Schatz und ich nie über Kinder nachdenken würden 😉 . Da wäre es natürlich von grossem Vorteil diese Qualmkrücke vorher los zu sein, so dass man sich nicht noch zusätzlichen Stress in einer Schwangerschaft generiert.

 

So nun, wie mache ich das? Im Prinzip ist es relativ simpel: Immer schauen dass Geist und Hände beschäftigt sind. Und was eignet sich am besten dafür? Ganz klar: Stricken! Natürlich geht auch Häkeln und Nähen 😉 aber aktuell ist es für mich Stricken ^^. Es beschäftigt meine Hände und mit dem Geist muss ich auch dabei sein sonst verhau ich das Muster – Ausserdem bin ich noch nicht so geübt im Stricken wie im Häkeln, also eine zusätzliche Herausforderung und Ablenkung von den Glimmstängeln.
Wenn jemand da draussen ist der ebenfalls die Zigaretten sein lassen möchte, dem empfehle ich dringend mit irgendeiner Handarbeit anzufangen. UND als Stoffsüchtiger der an der Nadel hängt, bedenke immer eines: All das Geld was du nicht mehr für Kippen ausgibst, kannst du danach in Stoffe und Wolle verwandeln 😀 und vielleicht kannst du es sogar sparen und iirgendwann schaut ne Over- oder Coverlock bei raus 😉

 

stricken statt rauchen

 

In diesem Sinne, an die Nadeln, stricken, los! – Heute ist Tag 3 und ich weiss (aus Erfahrung) dass irgendwann der Tag kommt wo ich die Tage nicht mehr zählen muss 😉 .

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