geschichten aus dem nähkästchen 3
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Kaffeeklatsch am Sonntag – Geschichten aus dem Nähkästchen #3

 

Huch! Schon wieder Sonntag! Zeit für meine Blogserie „Kaffeeklatsch am Sonntag – Geschichten aus dem Nähkästchen“. Jeden Sonntag gibts einen Blogpost um ein Thema was grade aktuell ist bei mir. Dabei kann es um alles mögliche gehen, Hauptsache man kann bei einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee darüber quatschen und dabei vielleicht ein paar Reihen stricken 😉 .

 

geschichten aus dem nähkästchen 3#

 

Und da die Wochen und die Zeit nur so an mir vorbei ziehen gehts heute um das Thema:

 

Zeitmanagement: Warum ein Blog locker zum Vollzeitjob mutieren kann

 

Als ich mit dem Bloggen anfing wusste ich, dass das eine zeitintensive Sache sein würde. Wie viel Zeit dieser Blog jedoch tatsächlich verschlingen würde war mir nicht ansatzweise bewusst. Man denkt sich das so schön aus in seiner Fantasie „jaa und dann schreiben und ein paar Bilder et voilà“, jap, denkste.

 

Grundsätzlich muss ich dazu natürlich sagen, ich liebe das Bloggen. Für mich gibt es nichts schöneres als über die Dinge zu schreiben die mir Freude machen und das mit anderen Gleichgesinnten zu teilen. Gerade jetzt wo ich merke dass einige Artikel, wie zum Beispiel der über das Bügelei, auf grosse Resonanz stossen und es Leute da draussen gibt die dann auch tatsächlich Kommentare hier in meinem Blog hinterlassen! 😀 Wenn man frisch mit etwas gestartet hat und alles mögliche (und unmögliche) ausprobiert freut einen solches Feedback umso mehr, zumal man überhaupt nicht damit gerechnet hat xD . Aber nun zum Thema Zeitmanagement. Sogar hier in diesem Beitrag wo es genau um dieses Thema gehen sollte schiebe ich es noch vor mich her! Unglaublich ist das hahaha

 

geschichten aus dem nähkästchen 3#

 

Ich bin ein wäuts (schweizerdeutsch für unglaublich, extrem etc.) kreativer Mensch. Andauernd fallen mir neue Ideen für neue Projekte ein, die ich dann auch sogleich notiere irgendwo auf irgendeinem Blatt Papier. Leider bin ich nicht nur ein sehr kreativer, sondern auch ein sehr chaotischer Mensch. Neben meinem Notebook stapeln sich diese vielen Notizen die von Ideen über Passwörter bis zu Häkelanleitungen in Rohform reichen, darüber irgendwelche Wollknäuel und Angenadeltes. In meinem Nähzimmer sieht es auch nicht besser aus, auch da sollte ich dringendst wieder mal Ordnung schaffen. Ich schreibe über Ordnung halten weil es aus meiner Sicht untrennbar mit dem Zeitmanagement verknüpft ist. Ich merke einfach dass meine Art zu arbeiten zwar kreativ und vielseitig ist, dabei aber sehr unstrukturiert und ich verbrate sehr viel Zeit damit nach Dingen zu suchen die ich zum arbeiten brauche, weil sie einfach keinen festen Platz haben. Ich verlege ständig mein Geodreieck, meine Scheren, Bleistifte, all die Dinge die ich eigentlich bei fast jedem Projekt brauche aber für mich irgendwie so „Alltagsgegenstände“ sind. Und Zack, schon wieder hab ich eine neue Idee, welche ich sofort notieren muss.. Ein Utensilo nähen für genau diese Gegenstände (ob das bei mir was bringt ist die andere Frage). Erstaunlicher Weise hab ich bei meinen „das gehört zu meiner Nähmaschine“ Sachen aber voll die Ordnung. Ich vermute weil diese Dinge so klein sind und mir das Risiko unterbewusst zu gross ist dass ich sie tatsächlich verlieren könnte.

 

Das sind also die Dinge die noch erschwerend bei mir dazu kommen. Aber selbst wenn man ein überaus ordentlicher Mensch ist braucht das Bloggen, zumindest wenn man einen gewissen Anspruch hat wie die ganze Sache aussehen soll, unglaublich viel Zeit. Aktuell habe ich 4 Projekte parallel am laufen, zwei Nähprojekte, ein grosses Strickprojekt und ein Häkelprojekt. Alle diese Projekte benötigen unglaublich viel Zeit, sind ja nicht gerade so ruck-zuck Hobbies die ich habe. Weiter hab ich bei allen Hobbies noch x Projekte in der Vorbereitungsphase, wo ich die Idee habe, Notizen mache und immer wieder darüber nachdenke wie ich es am besten umsetzen könnte. Zusätzlich kommen immer mal wieder so spontane Ideen dazwischen die ich dann direkt umsetzen möchte und die anderen Projekte wieder mal zwischenzeitlich auf Eis lege – so verzögert sich die Arbeit an den anderen Projekten. Das ist mal Teil eins.

 

Wenn ich dann ein Projekt Fertig habe kommen Fotos, jeh nach dem ob ich eine Anleitung mache muss ich auch während des Projektes selber noch ständig Fotos machen, was Zeit frisst. Nach dem Fotografieren kommt das bearbeiten der Bilder. Ich möchte dass in jedem Artikel die Bilder eine einheitliche Grösse und Darstellung haben, dazu muss natürlich der Kontrast auch stimmen, Ohne Photoshop gehts nicht.

Der kleinste „Arbeitsaufwand“ ist das Schreiben der Artikel selber. Ich schreibe schnell, und es fällt mir meistens nicht schwer die passenden Worte zu finden. Allerdings neige ich dazu manchmal zu ausufernd zu schreiben, was für einen Blog nicht unbedingt von Vorteil ist. Dann kommt das SEO Smiley wieder ins Spiel und meint „Readability needs improvement“. Meist sollte ich dann die Absätze und die Sätze kürzen, was für mich unglaublich schwierig ist und ich selten wirklich mache.

Wenn dann der Artikel mal steht, will er veröffentlicht werden. Nicht nur im Blog, auch auf Social Media. Ich Poste also auf Facebook, teile in Gruppen, erstelle nochmals extra Pins für Pinterest. Diese haben meist ein anderes Format als die Fotos in meinem Blog daher geht auch dort die ganze Bearbeitung von vorne los.

 

Dazu kommt noch der Blog selbst. Bis ich das Theme was ich benutze soweit hatte wie ich es haben wollte, das war eine riesen Arbeit (und immer wenn ich etwas neues einbauen möchte geht die Arbeit weiter). Ich habe eigentlich keinerlei Vorkenntnisse in Webdesign, habe den Blog aber komplett selber gestaltet. Das einzige was ich runtergeladen habe war ein sogenanntes Theme für WordPress. Dieses entscheidet schlussendlich wie der Blog aussieht. Ich habe mein Theme aber mittels CSS komplett umgeschrieben (heisst so ziemlich alle Designelemente meinen Bedürfnissen angepasst, von den Abständen der einzelnen Elemente, über Farben, Grössen etc. Dazu muss man immer noch beachten dass jede Aktion meistens auch eine Reaktion hervorruft und unter Umständen wenn Element A dann passt, Element B sich z.B. verschiebt, was man dann wiederum korrigieren muss). Das hat unglaublich viel Zeit in Anspruch genommen weil ich von der Materie ja gar keine Ahnung hatte. Ich hab das also alles mir selber angeeignet mit viel Google, lesen und ausprobieren. Die Tatsache dass die liebe Julia vom Kreativlabor Berlin als Antwort auf meinen Kommentar in ihren Kommentaren geschrieben hat dass ich einen schönen Blog habe, ehrt mich daher umso mehr! Da sie ja schliesslich Webdesignerin und Expertin auf dem Gebiet ist 🙂 .

 

Es sind also Stunden über Stunden die so ein Blog verschlingt, es gehört unglaublich viel Leidenschaft dazu. Ich hatte ja das „Glück“ die letzten drei Monate nicht „arbeiten“ zu müssen – Ich habe aber das Gefühl dass ich in den letzten Monaten mehr getan und gearbeitet habe als in jedem Job den ich vorher hatte, um alles aufzubauen und einen Rythmus reinzukriegen. Ich bin Tag und Nacht dabei etwas für meinen Blog zu tun – dieses „ich sitz jetzt einfach mal da und schaue mir einen Film an“ gibt es nicht mehr. Wenn ein Film läuft dann werden mindestens gleichzeitig die Strick oder Häkelnadeln geschwungen.

Auch überlege ich ständig was ich noch neues machen kann. Instagram ist zum Beispiel immer noch so ein Thema in meinem Hinterkopf das ich irgendwie scheue in Angriff zu nehmen, das aber vermutlich eine gute Sache wäre. Dann möchte ich einen Shop aufbauen, vermutlich auf Crazy Patterns oder auch auf mehreren Plattformen, damit eventuell irgendwann die Ausgaben für Stoff und Wolle zumindest zum Teil amortisiert werden ^^ und wenn ich Glück habe vielleicht auch noch etwas mehr 🙂 .

 

Neben diesem Riesenprojekt hab ich natürlich auch meinen Partner, meine Familie, meine Freunde, einen Haushalt, und ev. bald wieder eine „Arbeit“ da draussen, da von irgendwo ja auch Geld reinkommen muss. Leider weiss ich aus Erfahrung dass so ein Bürojob mir sehr viel Energie raubt. Im Gegensatz zu meinem Blog, von dem ich eher Energie zurückgewinne. Aber ich weiss dass wenn ich einen ganzen Tag im Büro gesessen bin ich am Abend kaum noch Energie habe um wirklich was für meine Hobbies zu tun. Ich hoffe sehr, dass ich meinen Blog dann auch weiterhin noch fleissig befüllen und pflegen kann, obwohl ich nicht weiss woher ich dann die Zeit nehmen soll. Ihr seht ja wie viel Arbeit das ist wenn man alles selber macht und seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden möchte. Ich denke, ein gutes Zeitmanagement wird dann umso wichtiger. Vermutlich wird es dann einen zweiten Teil geben in dem ich schreiben werde, wie man es (hoffentlich) schafft, all die Dinge unter einen Hut zu kriegen und trotzdem noch ausreichend zu schlafen ;). Die grosse Hoffnung die ich habe ist ja, dass ich einen Job bekomme in dem ich eine Sinnvolle Tätigkeit sehe und der abwechslungsreich ist. Ich denke, dann wird er auch nicht ganz so viel Energie wegfressen wie diese letzten Jobs die ich hatte.

 

Wie du siehst, das ist ein langer Artikel. Als Beispiel, das zweite Bild habe ich um 11:31 geschossen, nun ist 13:14. Es ist aber einer der Artikel der weniger Zeit braucht als andere, weil hier mehr geschrieben ist als ich Fotos bearbeitet habe. Auch ist hier kein „Projekt“ was ich fertigstellen musste, der Handarbeitsteil fällt in diesem Artikel also weg. Dennoch sind es jetzt fast 2 Stunden, die „Nachbearbeitung“ in den Sozialen Medien, SEO etc. sind noch nicht mit drin. Die Readability ist natürlich wie üblich nicht gut – ist sie aber bei diesen Geschichten aus dem Nähkästchen nie, weil ich einfach zu viel schreibe 😀 .

 

Hast du auch einen Blog? Wenn ja, wie teilst du dir die Zeit ein?

 

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