geschichten aus dem nähkästchen #4
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Kaffeeklatsch am Sonntag – Geschichten aus dem Nähkästchen #4

 

Wieder eine Woche rum – Zeit für meine Blogserie „Kaffeeklatsch am Sonntag – Geschichten aus dem Nähkästchen“. Jeden Sonntag gibts einen Blogpost um ein Thema was grade aktuell ist bei mir. Dabei kann es um alles mögliche gehen, Hauptsache man kann bei einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee darüber quatschen und dabei vielleicht ein paar Reihen stricken 😉 .

 

geschichten aus dem nähkästchen #4

 

Da diese Woche ein schönes Fest stattgefunden hat, heute zum Thema:

 

Halloween: Die heutige Entwicklung

 

Auf meinem Blog war die Woche ja nun nicht grade viel los. Keine neuen Artikel seit dem letzen Nähkästchen, es war aber auch eine spezielle Woche und das nicht nur wegen Halloween. Es war recht viel los und ich bin momentan an diversen Projekten parallel am arbeiten, wovon leider noch keines soweit ist dass es vorgestellt werden könnte. Nun aber zu Halloween. Ich liebe Halloween, ich feiere das seit 13 Jahren jedes Jahr. Dieses Jahr mussten wir es jedoch leider ausfallen lassen da mein Schatz sich ein Virus eingefangen hat – wir werden dies heute Abend nachholen (theoretisch richtig nachholen kann man das natürlich nicht, aber etwas gutes Essen und einen Kürbis schnitzen kann ich auch heute 🙂 ).

 

So wie ich Halloween feiere ist vermutlich nicht wirklich gebräuchlich. Wir essen jedes Jahr unser Halloween-Menu. Dieses besteht aus der weltbesten Kürbissuppe als Vorspeise und zum Hauptgang Reh Medaillons an einer Sahnesauce die mit Wildfond zubereitet wird, dazu Spätzle und Rotkraut. Alles mit Liebe von meinem Mann gekocht, die Spätzle steuere ich jeweils bei, sowie auch der Nachtisch 🙂 . Hier gibt es meist allerlei wie gebrannte Mandeln, Nidletäfeli (das sind Caramell-Sahne-Bonbons) und jeh nach dem noch andere Köstlichkeiten wie Kürbiskuchen oder süsses Popcorn.

 

Natürlich wird der Kürbis der für die Suppe benötigt wird ausgehöhlt und ich schnitze ein süsses oder gruseliges (jeh nach dem wonach mir ist) Gesicht rein 🙂 . Wenn wir Lust haben schauen wir dann noch ein paar Folgen Buffy oder Angel, Horrorfilme schau ich nicht. Unser Halloween läuft also sehr behaglich und gemütlich ab, aber es bedeutet mir viel.

 

Nun bin ich aktuell ja viel auf Facebook unterwegs und auch da wurde das Thema Halloween heiss diskutiert, da es scheinbar Leute gibt die alles schöne immer kaputt machen müssen. Vermutlich sind sie so hohl dass sie nicht mal merken was sie zerstören. Ich habe gelesen dass da Leute klingeln kommen und dann wenn man Süsses verteilen möchte die Begleitperson der Kinder nach Geld verlangt. Ich habe gelesen dass Teenager die kleinen Kinder und andere Leute auf den Strassen in dieser Nacht schikanieren so dass man richtig angst haben muss, nicht nur ein wenig Grusel (welcher durchaus zu Halloween gehört). Das alles macht diesen schönen Brauch kaputt.

 

Ich habe aber auch die Kehrseite gelesen. Irgendwelche evangelikale Freikirchler die behaupten Halloween ebne den Weg in den Satanismus. Entschuldigt ich muss jetzt noch lachen wenn ich diese Worte lese hahaha. In Zürich haben diese sogar Flyer verteilt. Genau so wie irgendwelche Leute die behaupten Halloween sei doch bloss Quatsch und da öffnen sie nicht die Türe denn es sei ja nicht „unser Brauch“. Nun ja, viele Leute wissen nicht dass Halloween von Irland nach Amerika kam. Früher hat man die Lichter in den Kürbissen (im Original war es eine Rübe, aber Kürbisse gab es in Amerika mehr) angezündet um die Bösen Geister in der Nacht vor Allerheiligen zu vertreiben. Es gibt ja auch Leute die sagen Halloween habe mit Allerheiligen nichts zu tun. Schon wieder falsch. Halloween kommt von „all hallows eve“ – die Nacht vor Allerheiligen. Ausserdem ist jeder „Brauch“ irgendwann einmal entstanden und jeder Brauch hat sich irgendwie irgendwann verbreitet. Es ist eigentlich vollkommen egal wo er seinen Ursprung hat, solange es Leute gibt die von dem Brauch angezogen und angesprochen werden wird er gefeiert. Und wenn nicht vor hunderten oder tausenden von Jahren irgendwo mal irgendwer mit Weihnachten und Ostern angefangen hätte, gäbe es heute diese Feiertage nicht.

 

Weihnachten und Ostern. Das bringt mich jetzt wieder zu den Freikirchlern zurück und zu den Leuten die behaupten Halloween führe in den Satanismus. Halloween wurde ursprünglich nur in den katholischen Gemeinden Irlands gefeiert (also sind die Katholiken jetzt die Satanisten oder wie? 😉 hahaha). Es entstand auch die gruselige Geschichte von Jack Oldfield, der zu Lebzeiten den Teufel betrogen hat. Als er starb konnte Jack weder in den Himmel noch in die Hölle, aber der Teufel schenkte ihm eine Rübe und ein stück glühende Kohle, damit er durch die Dunkelheit wandern konnte. Da man später statt Rüben in Amerika dann Kürbisse ausgehölt und beleuchtet hat, wurde dieser Kürbis als Jack O’Lantern bekannt (Quelle: Wikipedia). Das ist eine Gruselgeschichte. Nichts weiter! An Halloween soll man sich gruseln und sich auch Gruselgeschichten erzählen. Man soll Süsses naschen, verkleidet durch die Strassen ziehen und Schabernack treiben. Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Karneval oder wie wir in der Schweiz sagen Fasnacht? Führt die Fasnacht die ich jedes Jahr seit ich 2 Jahre alt war feiere nun auch in den Satanismus? Hahahaha Bisher hab ich mich noch nicht so zum Bösen hingezogen gefühlt, was ist mit dir? *lach*

 

Der springende Punkt dabei ist der dass man heute nicht sagen kann woher die Bräuche Weihnachten und Ostern nun effektiv stammen. Die christliche Religion beansprucht diese natürlich für sich, und berufen sich dabei auf die Bibel. Stellt sich für mich nur die Frage warum ich eine Tanne im Wohnzimmer aufstelle und Hasen und Eier verschenke. Ich sag mal, das mit der Tanne erinnert mich in der Symbolik auch eher an sowas wie den Kürbis an Halloween und Hasen und Eier lassen mich an Fruchtbarkeit und Frühling denken und nicht an eine Wiederauferstehung. Aber wissenschaftlich und geschichtlich ist alles durcheinander geraten und man kann nicht genau nachvollziehen wer es denn nun erfunden hat ^^. Von daher glaube ich persönlich dass sich wahrscheinlich mehrere Bräuche miteinander vermischt haben zu den heutigen Festen die wir feiern, da werden wohl auch die Christen ihren Teil dazu beigetragen haben. Aber zu behaupten dass diese beiden Feiertage allein auf dem Christentum beruhen erscheint mir fast etwas vermessen.

 

Wie du vermutlich beim Lesen dieses Textes schon gemerkt hast, ich bin nicht religiös. War ich noch nie (auch vor Halloween nicht 😉 ). Ich lass den Leuten ihren Glauben, ich misch mich da nicht ein. Ich hab auch meinen eigenen Glauben, der hat nur nichts mit Religion so wie das die meisten Leute verstehen zu tun. Das bedeutet ich glaube sehr wohl an „Gott“, nur gebe ich diesem „etwas“ keinen Namen – jedoch glaube ich nicht an Glaubensgemeinschaften. Das bedeutet alle Religionen dieser Welt beinhalten irgendetwas was für mich nicht aufgeht. Ich bin also Konfessionslos, aber glaube sehr wohl dass da „etwas“ ist.

 

Im Grunde möchte ich hier nur etwas sagen. Und zwar, lasst den Leuten die ihre Freude an Halloween haben ihren Spass! Und an die Leute die feiern: Feiert mit Stil! Macht nicht etwas schönes kaputt durch betteln oder bedrohen von anderen. Lasst uns doch alle ein friedliches Fest feiern, woher es kommt ist doch schnurz. Hauptsache ist man freut sich daran. Darum feiere ich auch Weihnachten und Ostern. Mir ist egal woher die Bräuche kommen und wer sie aus welchem Grund feiert. Mir ist nur wichtig ob mich der Brauch irgendwo in meinem Herzen anspricht.

 

In dem Sinne wünsch ich allen nachträglich Happy Halloween!

 

 

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