6 Tipps um Jersey mit der Nähmaschine zu nähen
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Jersey mit der Nähmaschine verarbeiten – die 6 wichtigsten Tipps

[Werbung unbeauftragt] Da ich erst seit Kurzem eine Overlock besitze und sehr lange dehnbares Material mit der Nähmaschine vernäht habe, möchte ich dir in diesem Blogpost die wichtigsten Tipps mitgeben, um Jersey mit der Nähmaschine zu verarbeiten. Gewisse Fehler muss man machen, um daraus zu lernen. Auch ich musste viel Lehrgeld bezahlen bis ich zufriedenstellende Ergebnisse erzielen konnte.

 

ABER, scheu dich nicht davor Fehler zu machen! Probier auch mal etwas aus! Trau dich an diese Stoffe ran und hab keine Angst davor, wenn mal ein Teil nicht so wird, wie du dir das erträumt hast! Bleib am Ball und versuch es einfach noch einmal! (Das waren jetzt viele Ausrufezeichen ^^ es ist mir jedoch wichtig das so eindrücklich wie möglich zu sagen. Denn viel zu oft lasse auch ich mich abschrecken weil man hört wie schwierig doch etwas sei. Das ist einfach schade, weil, es stirbt ja keiner wenn mal ein Teil daneben geht. Das gehört genau so dazu wie die gelungenen Projekte). Nähen ist unser Hobby und wir werden nur besser wenn auch mal etwas in die Hose geht. Das ist nichts schlimmes. Beim nächsten Mal wissen wir dafür was wir anders machen können und dann erfreuen wir uns umso mehr an den gelungenen Teilen, die wir mit viel Liebe selber genäht haben.

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

 

Damit du dennoch nicht jeden Fehler den schon mal jemand gemacht hat wiederholen musst, hier das wichtigste zu Jersey, wenn du ihn mit der Nähmaschine nähst.

 

1. Elastische Stiche verwenden.

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Jersey ist hoch dehnbares Material. Es ist also wichtig dass sich die Naht ebenfalls dehnen lässt, da sie sonst später reisst. Verwende also unbedingt einen Zickzack-Stich. Bei meiner Nähmaschine gibt es einen speziellen ultra feinen Zickzack-Stich für elastisches Material, du kannst aber auch die Stichbreite und Länge entsprechend reduzieren.

 

2. Mindestens 2 cm Saumzugabe

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Nach meiner Erfahrung, wellt sich Jersey noch schneller wenn du zu wenig Zugabe am Saum verwendest. Bei meinem ersten Versuch ein Shirt aus Jersey zu nähen habe ich gerade mal 5 mm Saumzugabe genommen! Erstens war das ziemlich anstrengend zu nähen und zweitens war der Saum danach gewellt und ausgeleiert. Vermutlich hab ich auch noch ungewollt am Stoff gezogen, weil Jersey so knappkantig zu säumen ist eine (unnötige) Herausforderung. Seither nähe ich immer mit einer Saumzugabe von 2 cm und mache damit gute Erfahrungen.

 

3. Nähfussdruck reduzieren

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Meine Nähmaschine hat einen Sewingadvisor der einem den geeigneten Nähfussdruck anzeigt. Beim Verarbeiten von hochelastischem Material ist dieser jedoch immer noch zu gross. Als Beispiel: bei nicht dehnbarem Stoff wie gewebter Baumwolle ist ein Nähfussdruck von 5 bei meiner Maschine ideal und wird auch so vom Advisor angegeben. Bei elastischem, dünnem Material gibt mir der Advisor die Stufe 4 an, was jedoch immer noch zu viel Druck ist. Ich verwende jeh nach Stoff einen Nähfussdruck von 3.5 oder 3, damit der Stoff schön gleiten kann. Wenn der Nähfussdruck zu gross ist dehnt sich der Soff, weil er nicht mehr fliessen kann unter dem Druck des Nähfusses, da hilft auch der beste Transporteur nichts.

 

4. Belege mit geeigneter Vlieseline verstärken

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Belege sehen meist eleganter aus als Bündchen. Um diese jedoch verarbeiten zu können ohne dass sich der Ausschnitt verzieht solltest du den Beleg unbedingt mit geeigneter Bügeleinlage verstärken. Ich empfehle die Bügeleinlage Vlieseline G785. Diese ist dünn, geeignet für elastisches Material und gibt dem Beleg die nötige Stabilität damit er sich beim annähen nicht verzieht.

 

5. Saumabschlüsse mit der Zwillingsnadel

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Jeh nach Schnitt möchtest du vielleicht auch eine doppelte Naht, wie man es bei Kaufkleidung sieht. Ich mach das nicht immer, bei gewissen Teilen wie beim Kleid Felicity habe ich auf eine Nahtlinie gesetzt. Mir persönlich gefiel das bei diesem Schnitt besser. Wenn du aber den Saum- und/oder Beleg mit der Zwillingsnadel nähen möchtest (gesetzt den Fall du hast wie ich keine Coverlock), solltest du unbedingt die Stichlänge vergrössern – es sei denn du möchtest gern Bisen nähen.

 

Bisen sind Verzierungen für Blusen und dafür wurde die Zwillingsnadel eigentlich ursprünglich konzipiert. Wenn du also bei einem Saum die normale Stichlänge beibehälst wird sich der Stoff zusammen ziehen und es entsteht eine Wulst zwischen den beiden Nahtlinien. Probier hier unbedingt mit deiner Nähmaschine aus was am besten funktioniert. Ich habe auch schon gelesen man soll die Fadenspannung erhöhen, dies hat bei mir jedoch nichts gebracht. Erst als ich die Stichlänge vergrössert habe verschwanden die Bisen und ich hatte eine schöne, glatte Doppelnaht.

 

6. Last but not Least eigentlich der fast wichtigste Punkt: verwende Jersey-Nadeln

 

jersey mit der nähmaschine nähen

 

Eigentlich sollte dieser Punkt zuoberst stehn, da ich inzwischen jedoch so daran gewöhnt bin hatte ich diesen Tipp beinahe vergessen. Um Jersey oder auch andere dehnbare Materialien wie z.B. Sweat zu vernähen, nutze IMMER eine Jersey oder Stretch – Nadel (Dies gilt auch für die Zwillingsnadel). Diese Nadeln haben eine abgerundete Kugelspitze und stechen daher zwischen die Maschen ein, so wird der Stoff nicht beschädigt. Wenn du eine Universalnadel verwendest die eben diese runde Spitze nicht hat wird diese die Maschen beschädigen und du hast am Ende Löcher und Risse in deinem schönen Stoff.

 

Allgemein möchte ich dir noch raten, wenn du ein neues Projekt aus Jersey nähen willst, nimm ein Probestück von deinem Stoff und probier die Einstellungen deiner Nähmaschine aus. Sei es der Nähfussdruck, die Stichbreite/Länge des Zickzacks, sowie die Einstellungen für die Zwillingsnadel. Wenn alles passend eingestellt ist bist du auf der sicheren Seite wenn du dann an den Schnitt gehst.

 

Übrigens: Idealerweise solltest du Klammern und Nähgewichte verwenden zum zuschneiden und feststecken/klammern, da auch Stecknadeln den Stoff beschädigen KÖNNTEN. Wie du auf den Bildern unschwer erkennen kannst verwende ich jedoch trotzdem Stecknadeln, bisher ist noch nie etwas passiert. Aber technisch gesehen könnte es natürlich auch hiervon Löcher im Stoff geben, wenn die Maschen beschädigt werden. Daher empfehle ich dir hier trotzdem Klammern und Nähgewichte zu verwenden.

 

Noch ein kleiner Zusatztipp:

Nähe langsam, wenn du mit der Zwillingsnadel nähst. Vor allem über dicke Stellen mit mehreren Stofflagen, ich benutze hier meistens das Handrad. Die Zwillingsnadel ist nochmals viel empfindlicher als die normale Nadel und bricht erheblich schneller, daher rate ich dir immer langsam zu nähen und wenn nötig bei kniffligen und dicken Stellen das Handrad zu verwenden.

 

Ich hoffe diese Tipps helfen dir weiter 🙂 gutes Gelingen wünsche ich dir! Wenn du keine Tipps und Beiträge mehr verpassen möchtest, folge mir doch auf Facebook und Pinterest.

 

@SewLaLa

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14 Comments

  1. Vielen lieben Dank!
    Ich liebe meine neue Nähmaschine. Eigentlich hatte ich mir genau diese herausgesucht, um auch Jersey nähen zu können. Baumwolle u. ä. Materialien verarbeitet sie problemlos. Aber sie ist so empfindlich, dass Jersey immer wieder zur Herausforderung wird. Ich werde o. g. Tipps ausprobieren. Mal sehen, ob es besser klappt.
    Vielen Dank dafür
    LG

    1. Liebe Beate 🙂 Ich hoffe mit den Tipps klappt es besser! Welche Nähmaschine hast du denn? Meistens ist ja das Problem dass sich der Stoff verzieht. Bei mir hat effektiv das Reduzieren des Nähfussdrucks am meisten Erfolg gebracht. Es gibt auch Nähmaschinen die bieten einen sogenannten Obertransportfuss in ihrem Zubehör an. Viele sagen damit geht es noch besser Jersey zu nähen, vielleicht gibt es so etwas für deine Maschine? Ich drücke dir die Daumen dass es gelingt 🙂

  2. Danke besonders für Tip Nr 2, den have ich noch nie gesehen, hört sich aber vernünftig an!

    Zu Nr 1: man sollte auf jeden Fall seine Gebrauchsanweisung angucken. Ich nähe fast nur Feinstrick, weil wir das einfach tragen. Am Anfang mit Zickzack, weil das ja überall so stent.

    1. Hallo Julia 🙂 Feinstrick hab ich noch nicht vernäht, da das jedoch ebenfalls dehnbares Material ist geh ich schwer davon aus dass man auch hier elastische Stiche verwenden muss. Die Naht muss sich ja dehnen können, sonst reisst sie. Welchen Stich verwendest du denn für dieses Material?

    1. Da gibts extra Stecknadeln mit abgerundeter Spitze? Das wusste ich gar nicht, klingt aber genial! Danke ebenso für den Tipp 🙂 Bei den Stoffen die ich bisher vernäht hab ist jedenfalls nie etwas passiert, ich rate aber dennoch zu Klammern, oder wie du jetzt gesagt hast zu Stecknadeln mit abgerundeter Spitze, um alle Eventualitäten auszuschliessen.

  3. Hast du einen Tipp für mich, was ich beim nähen mit der Zwillingsnadel falsch mache? Ich kann nicht mal einen Saum rundherum in einem nähen, ohne dass mir die zwei Fäden verkreuzen und dann abreißen! Bin schon ganz verzweifelt.

    1. Hallo Ulrike 🙂 Die Fäden verkreuzen sich? Ich würd unbedingt die Einfädelung überprüfen. Wenn die Fäden reissen liegt das oft an zu hoher Fadenspannung. Ich würd nochmals alles neu einfädeln (nach Anleitung deiner Maschine) und würd die Fadenspannung überprüfen. Ich hoffe es geht bald besser mit der Zwillingsnadel! 🙂

  4. Danke für deine rasche Antwort Jasmin! Ich hab das schon alles probiert und auch meine Cousine hat sich das schon angesehen (sie schneidert schon viele Jahre). Wenn ich einen Saum nähe, müsste ich dazwischen unterbrechen, die Fäden komplett rausnehmen und wieder frisch einfädeln. Sonst reißt es, bevor ich am Ende bin. Ist sehr mühselig! Da muss ich mich noch länger damit herum plagen 😯

    1. Das klingt tatsächlich mega mühsam! Was für eine Maschine hast du denn? Wie alt ist sie? Computermaschine oder Mechanisch? Hast du eventuell noch Garantie auf dem Gerät? wenn alles nichts bringt und auch deine Cousine die schon viel Erfahrung hat nicht weiss woran es liegen könnte, würd ich die Maschine in den Service bringen. Welches Garn benutzt du? Welche Stichlänge hast du eingestellt? Welche Breite hat die Zwillingsnadel? Da gibts ja auch verschiedene und man muss das entsprechend an der Maschine einstellen (sofern möglich, müsste aber auch alles in der Bedienungsanleitung drinne stehn) oder einfach die Breite auswählen für die die Maschine vorgesehen ist. So ein Phänomen kann leider ja x Ursachen haben :/ Ich hoffe sehr du findest schnell eine Lösung!

  5. Eine Singer Starlet 1 Jahr alt. Garn hab ich schon die verschiedensten probiert; von Buttinette, Gütermann usw, Zwillingsnadel 2,8
    Heute hab ich einen extrem dehnbaren Jerseystoff nähen wollen, war nicht möglich! Musste die Säume bei meiner Cousine fertigmachen, die hat eine Pfaff. Naja wahrscheinlich wird es einen Nähmaschinenwechsel geben!

    1. Okey, dann wirds nicht am Garn liegen. Zur Maschine kann ich leider nicht viel sagen, ich hab ja diese hier https://www.naehskapaden.de/2018/08/26/meine-naehmaschine/ und bin damit hoch zufrieden. Vielleicht liegts tatsächlich an der Singer, aber wenn sie erst 1 Jahr alt ist, hat sie dann nicht noch Garantie? (In der Schweiz hat jedes neue elektronische Gerät 2 Jahre Garantie Minimum) Konntest du die Maschine für die 2.8er Zwillingsnadel einstellen? Bei meiner muss man die Breite genau definieren. Ich hoffe dass du doch noch eine Lösung mit deiner Maschine findest, wenn sie ansonsten einwandfrei läuft!

  6. jetzt muss ich mich nochmal melden; ich glaube, dass die Zwillingsnadel schuld war. Ich hab mir eine Stretch-Zwillingsnadel gekauft (vorher war es keine) und heute hab ich ein Longshirt genäht, ohne dass ein einziges mal der Faden abgerissen ist! Alle Säume ohne Unterbrechung! Ich bin happy, da sieht man, wie wichtig die Nadeln sind! Liebe Grüße

    1. Hey Ulrike! 🙂 Es freut mich sehr dass du den Fehler gefunden hast! Ja die Nadeln sollten immer zum Stoff passen, auch bei der Zwillingsnadel 😉 Ich hoffe sehr dass es jetzt ohne Probleme klappt mit dem Säumen 😀

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