Geschichten aus dem Nähkästchen #9
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Geschichten aus dem Nähkästchen #9

 

Heute erscheint der 9. Beitrag meiner Blogserie „Geschichten aus dem Nähkästchen“ – wie du vielleicht schon weisst ist das meine „freie“ Blogreihe, in der es um alles mögliche gehen kann. Hier gibt es also keine Vorgaben und kein festes Thema, jedes Nähkästchen steht für sich alleine. Ein Blick lohnt sich immer, denn bei dieser Blogserie ist sicher für jeden mal was dabei. Übrigens: Alle Nähkästchen kannst du auch auf Pinterest sammeln! Sie erscheinen immer auf der dazugehörigen Pinnwand *klick* folge mir auf Pinterest und verpasse auch künftig keine Posts, Tutorials und Nähkästchen mehr 😉

 

Heute mit dem Thema:

 

Geschichten aus dem Nähkästchen #9

 

Lieblingshobby, Nische und Pinterest

 

„Achso du häkelst auch? Aufgrund des Namens hätt ich jetzt gedacht dass du nähst….“ So die Aussage neulich in meiner kleinen Teststricken-Gruppe (ein tolles Projekt was im Gange ist und was ich dir hier bald vorstellen werde 🙂 ). Ja, mein Blogname „Nähskapaden“ lässt natürlich vermuten dass es hier um’s Nähen geht. Geht es ja auch, und das nicht zu knapp. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass ich mehr Posts über’s Nähen mache als über meine anderen Hobbies. Das liegt jedoch nicht daran, wie manche vielleicht denken, dass ich lieber nähe als zu Stricken oder zu Häkeln. In der Tat stricke ich im Moment mehr als dass ich nähe. Sondern es liegt ganz einfach daran, dass genähte Projekte schneller beendet sind als Gestricktes und Gehäkeltes. Ganz besonders wenn man noch eine Anleitung machen will. Und mein aktuelles Strickprojekt, ein Longpullover, ist sowieso ein Mammutprojekt.

 

Warum dann „Nähskapaden“? Ich wollte einen Namen der die Verrücktheit meiner Persönlichkeit etwas widerspiegelt ^^. Der einprägsam ist und den man gut mit meinen Kernthemen in Verbindung bringt. Und als mir Nähskapaden einfiel (weil Eskapaden (bildungssprachliche Bedeutung: abenteuerlich-eigenwillige Unternehmung, eigenwillige Handlung) sehr gut zu mir und diesem Blog passt xD ) wusst ich sofort „das ist es“. Da ich aber genau gleich gern stricke und auch häkle sowie Schnitte zeichne und hin und wieder bastle, wollt ich mich natürlich nicht nur auf’s Nähen konzentrieren. Also nein, ich habe kein „Lieblingshobby“, ich mag alle meine Hobbies gleich gerne ^^.

 

Manch einer würde das als Fehler bezeichnen…

Vertraut man den „erfolgreichen“ Onlinemarketing -und Pinterest-Gurus, so ist dieses „verzetteln“ in der eigenen Nische keine gute Idee. Vermutlich würden die sagen „es kommt nicht darauf an was du gerne machst, du musst an dein Zielpublikum denken. Konzentriere dich lieber nur auf’s Nähen, schon nur wegen deinem Namen“. Ja, das würden sie vermutlich sagen. Aber ich will das nicht ^^. Ich war schon immer sehr vielseitig und ich werd nie begreifen wie man sich z.B. nur für Nähen begeistern kann, wenn man doch auch stricken kann (gibt es etwas schöneres als ein kuschliger handgestrickter Pullover? ich glaube nicht…). Das heisst nicht dass ich lieber stricke als zu nähen, aber umgekehrt eben auch nicht. Und vor allem merkt man irgendwann dass man alle diese Hobbies auch miteinander verbinden kann, irgendwie. Dass Stricken z.B. auch mit Schnitterstellung etwas zu tun hat. Wenn man für sich selber strickt dann formt man das Kleidungsstück während des Entstehungsprozesses an den eigenen Körper – hier raus kann man wiederum Schlüsse für die Schnittkonstruktion ziehen, besonders für Grundschnitte für elastisches Material.

 

Von Leuten die eine Lüge leben…

Momentan beschäftige ich mich vor allem mit Pinterest und wie diese Plattform genau funktioniert. Die letzten Wochen hat mein kleines süsses Blog hier auf einmal viel mehr Besucher gewonnen als noch vor einem Monat und das alles verdank ich Pinterest. Wie und warum das plötzlich angezogen hat? Keine Ahnung. Wertvoller Content? Gut gestaltete Pins? Viel gesuchte Themen? Ich weiss es wirklich nicht. Aber es freut mich natürlich ungemein 😀 . Für mich am wichtigsten ist es eigentlich, dass, egal wie es sich hier weiter entwickelt und was ich noch alles ausprobiere, ich immer authentisch bleibe. Dass ich die Dinge hier poste, die ich liebe und wo meine Energie und Liebe reingeflossen ist. Im Zuge meiner Recherchen über Pinterest bin ich über Leute und Webseiten gestolpert die einzig erstellt wurden um damit erfolgreich zu werden.

Klar, wer wünscht sich nicht auch Erfolgreich zu werden und vielleicht mal Geld mit seinem Blog zu verdienen? Das ist ein Traum von ganz vielen. Aber um welchen Preis? Diese Personen die ich da gesehen habe verkaufen nun ihr wissen wie sie es geschafft haben mit diesen Projekten erfolgreich zu werden und belächeln unterschwellig ihre alte Zielgruppe. Sie erzählen, dass sie bewusst als Marketingstrategie damit angefangen haben gewisse Elemente und Farben einzubauen um bewusst eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen – gleichzeitig lachen sie selber über die Sachen die sie damit erstellt haben und somit über die Leute die das mögen. Sie sagen auch klar dass sie privat gar nicht so sind wie sie sich zu Marketingzwecken präsentiert haben.

 

Ein Produkt verkaufen? Sich selbst verkaufen? Seine Seele verkaufen?…

Bloggen ist etwas sehr persönliches. Denn jeder der ein Blog hat muss sich im klaren sein dass man ihn mit den Dingen die er zeigt in Verbindung setzt. Also auch mit den Marken für die er wirbt z.B. Natürlich spricht aus meiner Sicht absolut nichts gegen Kooperationen. Wenn man kreativ ist und gute Ideen hat kann man auch Produkte einsetzen die man zunächst gar nicht für möglich gehalten hätte – vorausgesetzt man findet die Produkte selber gut. Etwas völlig anderes ist aus meiner Sicht aber wirklich das komplette Blog, die eigene Marke so aufzubauen dass es eigentlich gar nichts mehr mit einem selbst zu tun hat. Wenn es nur darum geht eine Zielgruppe für sich zu gewinnen, eine Zielgruppe mit der man sich selber noch nicht mal identifizieren kann.

Wenn es einem tatsächlich gelingt und man sich mit seinem Blog selbständig machen kann, was ohnehin eine Menge Zeit und harter Arbeit investieren und ein „immer am Ball“ bleiben bedeutet, dann doch bitte auf eine Art, die einem persönlich auch entspricht. Sonst kann man ja gleich wieder anfangen sich in irgend einem Job zu verdingen. Aber nicht nur das, man übermittelt der Welt so auch ein falsches Bild von einem selbst. Das ist wie wenn man gerne singt und die Plattenfirma schreibt einem vor was man zu singen hat. Nichts von innen heraus. Alles gekünstelt. Und weil in der heutigen Zeit alles so schnelllebig ist und sich niemand mehr mal hinsetzt uns genau hinschaut, fällt das nicht mal mehr auf.

 

Authentizität vs. Erfolg? Oder kann man das doch vereinen?

Es ist also eine Gratwanderung und man sitzt zwischen Stuhl und Bank. Man möchte ja auch Leser und jeder der hart an etwas gearbeitet hat wünscht sich eine Art von Erfolg (wer das bestreitet lügt sich selber in die Tasche). Aber geht das auch ohne sich zu verbiegen und sich selber als etwas darzustellen was man gar nicht ist? Aus meiner Sicht kann man wahre Leidenschaft und Hingabe nur dann für etwas empfinden wenn es von Innen kommt. Wenn es wirklich „dein Eigenes“ ist. Und mag die Fassade auch glänzen und die Leute anziehen wie die Motten das Licht, so wird die Person die dahinter steht nie diese Zufriedenheit spüren wie ich sie fühle wenn ich etwas zu ende gestrickt, gehäkelt oder genäht habe. Daher rate ich dir, egal worüber du bloggst: bleib IMMER du selbst und bleib bei dir (Zitat: Lied vom Scheitern, die Ärzte).

 

Einen schönen 3. Advent wünsch ich dir 🙂 .

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