Geschichten aus dem Nähkästchen #18
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Geschichten aus dem Nähkästchen #18

 

Noch nie hab ich mich bei einem Nähkästchen so schwer getan. X mal entworfen und wieder verworfen. Egal, ich machs jetzt kurz und bündig. Erwähnen muss ich es einfach, weil es zu wichtig ist für meine Seele. Aber ich werde nicht weiter ins Detail gehen, auch nicht über die Musik selbst, kann ja jeder selber hören.

 

Geschichten aus dem Nähkästchen #18

Das Licht am Ende des Sarges oder: Es gibt keinen Plan B!

 

Mit Pauken (schon morgens) und Trompeten, sind sie wieder da.. Die Ärzte aus Berlin (auuus Berlin) haben ein neues Album rausgehauen und das hat mich mit voller Wucht komplett unvorbereitet getroffen. Ich erzähle jetzt nichts über meine persönliche Geschichte in Bezug auf diese Band. Das einzige, was ich sagen will ist: Ich bin sehr sehr glücklich darüber, dass die Gurkentruppe aus Berlin wieder in alter Form zurück ist.

 

HELL ist ein phänomenales Album. Und hier ist es wirklich wichtig (ich mach dit ja immer so, aber es scheint ja Leute zu geben die ganz anders Musik „konsumieren“, dem kann ich nix abgewinnen) das GANZE Album zu hören und zwar von Anfang bis Ende. Ich bin kein Fan von Streaming, ich werd das nie verstehen. Nie hätte ich die Vielfalt und Tiefe bestimmter Künstler kennengelernt wenn ich streamen würde. Aber ejal jetze, tut mir nur den Gefallen, wenn ihr euch Die Ärzte anhört, dann bitte das ganze Album (das gilt auch nicht nur für HELL, sondern für wirklich alle Platten.) Und das ist jetzt keine Werbung (nur, falls irgendein Leser hier wirklich so doof wär, der kann dann auch bitte gleich von meiner Website verschwinden).

 

Es ist eher ein Plädoyer dafür, der Musik im Leben wieder mehr Raum zu geben und sie nicht nur als schönes Geplänkel nebenbei zu verstehen. Wie will ein Lied dich jeh wirklich berühren, wenn du es nicht in dein Herz lässt? Das erfordert eine gewisse Tiefe, es erfordert, dass man sich auf etwas einlässt und seine Aufmerksamkeit wirklich darauf richtet. Dass man sich Zeit nimmt. Und nicht einfach durch eine Liste wild durcheinander gewürfelter Musikstücke zappt, als wär es nichts weiter als das RTL Nachmittagsprogramm…. Am allerschlimmsten find ich ja die Leute, die ein Lied mittendrin einfach wegdrücken. Katastrophe wenn sie das am Radio machen >.< (aber davon krieg ich in der Regel eh nix mit, ich höre längst kein Radio mehr und seh auch nicht fern…)

 

Es gibt Leute, die lachen, wenn ich sage, dass ich jeweils meinen „Album-Moment“ haben möchte. Wenn ich eine neue CD/LP habe, möchte ich mich in aller Ruhe (und wenn möglich alleine) hinsetzen, das Booklet studieren und die Musik dazu hören. Ich möchte in den Texten lesen und das Artwork bestaunen. Das alles ist umso schöner, wenn das Booklet mit Liebe gestaltet ist und nicht ein zweiseitiger Flyer ist, in dem knapp die Mitwirkenden erwähnt werden. Das alles gehört für mich zu meinem Erlebnis dieser Musik. Und witzig war, ich hatte eine Woche vor meinem HELLen Moment, einen anderen Album-Moment mit einer anderen Band.. Das war halt einfach kein Vergleich… War irgendwie witzig, das so direkt nebeneinander gestellt zu sehen.

 

Dieses Nähkästchen steht also für mehr Tiefe und Liebe zum Detail und weniger Oberflächlichkeit. Gerade wenns um Musik geht – aber eigentlich ist das eh ein Lebensmotto.

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